Projekte von Historiker Stefan Nies

Selbstbehauptung nach dem Holocaust.

Die Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen nach 1945 (Buch)

Auftraggeber: Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen
Erscheinungsjahr: 2021

Allzu oft wird die Geschichte jüdischer Menschen und ihres (Gemeinde-)Lebens in Deutschland auf die Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus reduziert. Dabei wird nur ansatzweise sichtbar, dass jüdisches Leben über Jahrhunderte ein integraler Teil der regionalen und lokalen Gesellschaftsgeschichte Deutschlands war, die jedoch wesentlich von den Traditionen des Antijudaismus und des Antisemitismus geprägt war.

Am Beispiel der jungen Industriegroßstadt Gelsenkirchen zeigt die vorliegende Publikation insbesondere, wie nach dem Völkermord wieder jüdisches Leben entstand, als die wenigen Überlebenden nach der Befreiung vom Nationalsozialismus eine neue jüdische Gemeinde aufbauten. Nach den epochalen Ereignissen von 1989/90 veränderte sich diese kleine jüdische Gemeinschaft fundamental. Dementsprechend thematisiert dieses Buch in einer langfristigen Perspektive altes, neues und sich stetig wandelndes jüdisches Leben in der Gelsenkirchener Stadtgesellschaft und schreibt somit ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte.

Protagonistinnen und Protagonisten des Erlebnisraums Muttental

Stefan Goch und Stefan Nies (Hg.), Selbstbehauptung nach dem Holocaust. Die Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen nach 1945, Essen: Klartext-Verlag, 2021, ISBN: 978-3-8375-2382-9, Umfang: 194 Seiten.

Leistungen von Stefan Nies –  Büro für Geschichte:

  • Wissenschaftliche Recherche und Zeitzeug*inneninterviews
  • Text- und Bildredaktion des gesamten Buchs
  • Verfasser der Texte:
    Juden und Jüdinnen in Gelsenkirchen nach der Befreiung vom Nationalsozialismus
    Entschädigung und »Wiedergutmachung«
    Der Neubeginn der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen
    Auf gepackten Koffern? Jüdischer Alltag bis 1989/90
    Neubelebung des Judentums ab 1990
    Die Neue Synagoge und das Gemeindeleben bis zur Gegenwart