Industriemuseum Schmelzhütte, Plettenberg

Grobkonzept, Feinkonzept und Objektdokumentation

Auftraggeber: Stadt Plettenberg und Heimatkreis Plettenberg

Laufzeit: 03/2012 - 04/2013, 10/2013 - 09/2015

in Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Pirke, Bochum, und Dieter Pfau, Siegen

Noch bis Ende der 1990er Jahre hallten die Hammerschläge täglich durch das Grünebachtal, dann fiel die kleine Gesenkschmiede Langenbach in den Dornröschenschlaf. Die Stadt Plettenberg und der örtliche Heimatkreis wollen dies nun ändern: Die alten Riemenfallhämmer sollen wieder in Betrieb genommen werden und in der Bearbeitungshalle soll eine Dauerausstellung die Industriegeschichte Plettenbergs erzählen. Dazu gehört auch die wechselhafte Geschichte des zukünftig als Museum genutzten Standorts selbst: Die "Schmelzhütte" hat ihren Namen in den 1850er Jahren erhalten, als hier eine Kupferhütte ihren Betrieb aufnahm, die später zur Knochenmühle und schließlich zur Gesenkschmiede umgebaut wurde. Plettenberg ist bis heute eine Industriestadt und wird von zahlreichen metallverarbeitenden Betrieben geprägt.

Gesenkschmiede Langenbach

Blick in die Gesenkschmiede Langenbach. Hier wird das Industriemuseum Schmelzhütte entstehen.
Foto: Dr. Klaus Pirke, Bochum

Das Industriemuseum Schmelzhütte wurde unter dem Dach des Vereins Wasser-Eisen-Land e.V. als Projekt der Regionale 2013 Südwestfalen mit drei Sternen qualifiziert.

[ Meldung der Regionale 2013 Südwestfalen ]

Das museale Grobkonzept und die Feinkonzeption hat das Büro für Geschichte gemeinsam mit Dr. Klaus Pirke (Bochum) und in enger Abstimmung mit der Leiterin des Stadtarchivs, Martina Wittkopp-Beine, und in Kooperation mit dem Siegener Historiker Dieter Pfau, der mit wissenschaftlichen Recherchen beauftragt wurde, erstellt. Die Ergebnisse wurden im Kulturausschuss der Stadt Plettenberg präsentiert.

Die Realisierung des Museums ist im Herbst 2015 aufgrund einer auf finanziellen Gründen basierenden Entscheidung des Stadtrats der Stadt Plettenberg abgebrochen worden.

Erbrachte Leistungen von Stefan Nies, Büro für Geschichte, Dortmund
(in Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Pirke, Bochum, und Dieter Pfau, Siegen):

- Befragung der Besitzerfamilie zur Funktion, Nutzung und Geschichte des
erhaltenen Inventars im Schmiedegebäude
- Erarbeitung eines schriftlichen Grobkonzepts und einer Feinkonzeption
für das geplante Museum.
Es umfasst die darzustellenden Themen, ihre räumliche Verortung innerhalb
des Museums, die einzusetzenden Medien sowie einen Überblick über die
auszustellenden Exponate.
- Kostenschätzung für die Realisierung der Ausstellung (Kosten für weitere
Recherchen und Dokumentation, Feinkonzeption, Drehbuch, Gestaltung,
Ausstellungseinrichtung in Zusammenarbeit mit einem Gestaltungsbüro)
- Präsentation der Ergebnisse im Schul- und Kulturausschuss der
Stadt Plettenberg

Glühofen Zange

Glühofen der Firma Schmitz-Apelt in Wuppertal (links) und Schmiedezange auf dem Bär des Riemenfallhammers (rechts). Fotos: Dr. Klaus Pirke, Bochum

Dokumentation

Zu den vorbereitenden Arbeiten gehörte zudem die Dokumentation eines umfangreichen Bestands technischer Objekte (überwiegend Maschinen aus diversen Plettenberger Schmiedebetrieben des 20. Jahrhunderts) im Rahmen eines getrennten Auftrags des Heimatkreises Plettenberg.