Raubbau - Rohstoffgewinnung weltweit

Ausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, Witten
(5.5.2019 bis 15.12.2019)

Die Gewinnung von Rohstoffen ist fast immer mit Umweltzerstörungen und Gesundheitsgefahren für Beschäftigte und Anwohner verbunden. Die Ausstellung beleuchtet die aktuellen Bedingungen in verschiedenen Abbaugebieten und nimmt besonders den Kleinbergbau in den Blick.

Weltweit werden etwa 15 bis 20 Prozent der mineralischen Rohstoffe im Kleinbergbau gewonnen. Mit einfachsten Methoden und unter großen Risiken bauen Männer, Frauen und Kinder meist oberflächennah Rohstoffe ab. Aktuelle Schätzungen gehen von weltweit mehr als 40 Millionen Menschen aus, die in armen Regionen auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen oder aufbessern, darunter eine Million Kinder. Überwiegend erfolgt der Abbau illegal, also ohne bergrechtliche Lizenz, oftmals in Naturschutzgebieten. Abholzung, Bodenerosion und verschmutztes Wasser sind meist die Folge; die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort sind ungenügend.

Zinn-Abbau

Fotos vom Zinn-Abbau im Walikale-Gebiet, Demokratische Republik Kongo. Mark Craemer, Fotograf aus New York, hat die Gegend in den Jahren 2007/2008 bereist.
(Foto: Mark Craemer, New York)

Im Mittelpunkt der Ausstellung "Raubbau - Rohstoffgewinnung weltweit" im LWL-Industriemuseum stehen eindrucksvolle Fotos und erschütternde Berichte vom Kleinbergbau nach Tantal, Kobalt, Wolfram und Zinn im Bürgerkriegsland Kongo, von jugendlichen Goldschlammtauchern auf den Philippinen und von der Sandgewinnung am Victoriasee in Uganda. Auch Beispiele industrieller Rohstoffgewinnung werden gezeigt: der Lithiumabbau in Chile und Bolivien, der Steinkohlentagebau in Kolumbien und nicht zuletzt der Braunkohlentagebau Garzweiler in Nordrhein-Westfalen.

Goldgewinnung

Kinderarbeit bei der Goldgewinnung in einem Fluss, Philippinen, 2015.
(Foto: Human Rights Watch/Mark Z. Saludes)

Doch ohne Rohstoffe ist unser Alltag kaum denkbar. Ob Eisen, Kupfer, Kobalt oder Sand - ohne Minerale und Metalle gibt es weder Smartphones noch Autos, Häuser und Straßen. Besonders in der Elektronikindustrie ist der Rohstoffbedarf zunehmend komplexer geworden. Medizinprodukte wie Knochennägel benötigen besondere Metalle wie Tantal, um robust und langlebig zu sein. Aktuell ist der Bedarf an Lithium und Kobalt im Zusammenhang mit der aufkommenden Elektromobilität in der Diskussion, werden beide doch für Batterien benötigt.

Kann dem Raubbau, dem umwelt- und gesundheitszerstörenden Abbau von Rohstoffen entgegengewirkt werden? Die Ausstellung zeigt verschiedene Ansätze. So können die Menschen vor Ort unterstützt und die Situation in den Abbaugebieten verbessert werden. Angesichts der Endlichkeit mineralischer Rohstoffe ist vor allem eine deutliche Verbrauchsreduzierung anzustreben. Viele Mineralien und Metalle können durch nachwachsende oder recycelte Rohstoffe ersetzt, Produkte langlebiger und reparaturfähig gestaltet werden. Die Beispiele in der Ausstellung zeigen allerdings, dass es zu einer nachhaltigen Rohstoffnutzung noch ein langer Weg ist.

Die Ausstellung ist Teil des Verbundprojekts "Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens" des LWL-Industriemuseums.

Garzweiler

Der Braunkohlentagebau Garzweiler im Rheinland, betrieben vom Energiekonzern RWE. Der Fotograf Sebastian Mölleken hat sich 2010 mit den Folgen des Tagebaus für Mensch und Umwelt auseinandergesetzt - finanziell unterstützt durch das Artist in Residence-Programm der RWE Stiftung, Essen.
(Foto: Sebastian Mölleken, Oberhausen)

[ Die Einladungskarte - PDF 514 kb ]

[ Der Flyer - PDF 2,7 MB ]

[ Presse-Info, LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, 2. 5. 2019 - PDF 178 kb ]

Erbrachte Leistungen von Stefan Nies - Büro für Geschichte
(Leistungszeitraum 11.2016-03.2017 und 04.2018-05.2019):

- Workshop zu Inhalten und Zielen der Ausstellung
- Grobkonzept
- Wissenschaftliche Recherche, Exponat- und Fotorecherche
- Feinkonzeption, Erstellung aller Ausstellungs- und Exponattexte
- Leih- und Rechteanfragen